Liebe Vereinsvertreterinnen und Vereinsvertreter,
liebe Verantwortliche in den Handballkreisen,
liebe Handballfreundinnen und Handballfreunde,
die vergangenen Tage waren für unseren Verband, unsere Handballkreise und insbesondere für die vielen
ehrenamtlich und hauptamtlich Verantwortlichen von erheblicher Bedeutung und zugleich von großer
Belastung geprägt.
Die Einführung der neuen Verbandsmanagementsoftware Handball360 ist mit Erwartungen, aber aktuell auch
mit offenen Fragen, technischen Herausforderungen und teilweise erheblichen Unsicherheiten verbunden. Ich
halte es deshalb für wichtig, Euch und Sie unmittelbar über den aktuellen Sachstand, die Gespräche der
vergangenen Tage und das weitere Vorgehen des Handballverbandes Nordrhein e.V. zu informieren.
Dabei ist mir eines besonders wichtig:
Es gibt derzeit keine Vorentscheidung für Handball360 oder für nuLiga.
Wir haben die Verantwortung, beide Optionen sorgfältig zu prüfen und auf Grundlage belastbarer Erkenntnisse
eine Entscheidung zu treffen, die dem Spielbetrieb und damit unseren Vereinen und Handballkreisen
bestmöglich (kurzfristig und mittelfristig) gerecht wird.
Bundesweite Informationsveranstaltung des DHB am 17. August 2026
Handball360 wurde auf dem Bundestag des Deutschen Handballbundes sowie im Bundesrat des DHB von den
zuständigen Gremien und Landesverbänden einstimmig beschlossen. Die derzeit auftretenden Fragen und
Schwierigkeiten zeigen jedoch, dass sich die praktische Implementierung in den Spielbetrieb noch in einem
herausfordernden Prozess befindet.
Vor diesem Hintergrund hat der Deutsche Handballbund am Montag, 17. August 2026, zu einer bundesweiten
Onlineveranstaltung eingeladen. Neben den Präsidenten sowie Geschäftsführern der Landesverbände nahmen
auch Mitglieder der zuständigen Core Teams teil.
Der DHB informierte zunächst ausführlich über den aktuellen Entwicklungsstand der einzelnen Bereiche von
Handball360 sowie über die vorgesehenen weiteren Schritte. Im Anschluss konnten die Landesverbände
konkrete Fragen und Problemstellungen aus ihren jeweiligen Verbänden einbringen. Diese wurden offen,
ausführlich und transparent beantwortet.
Aufgrund der unmittelbaren Bedeutung für den Handballverband Nordrhein e.V. habe wir bereits am folgenden
Morgen das Erweiterte Präsidium über die wesentlichen Inhalte informiert und eine außerordentliche Sitzung
für Mittwoch, 19. August 2026, um 19:00 Uhr einberufen.
Die Aufzeichnung der DHB Veranstaltung vom 17. August 2026 wurde allen Mitgliedern des Erweiterten
Präsidiums im Vorfeld zur Verfügung gestellt. Gleichzeitig wurden die Kreisverantwortlichen gebeten, sich mit
den Inhalten vertraut zu machen, um in der außerordentlichen Sitzung eine fundierte und sachorientierte
Diskussion führen zu können.
Offener Austausch mit dem Deutschen Handballbund
Zu Beginn unserer außerordentlichen Sitzung konnten wir neben unseren drei Ehrenpräsidenten und den
Vertretern des Erweiterten Präsidiums auch Mark Schober, Vorstandsvorsitzender des Deutschen
Handballbundes, und Dr. Klaus Berding, Vorstand Finanzen & Recht des Deutschen Handballbundes, begrüßen.
Beide DHB Vorstandsmitglieder informierten das Erweiterte Präsidium umfassend über den aktuellen Stand von
Handball360 und erläuterten die vorgesehenen konkreten Schritte für die Implementierung in den Spielbetrieb
der Saison 2026/27.
Im Anschluss standen sie den Vertreterinnen und Vertretern der Handballkreise für Fragen zur Verfügung. Dabei
konnten konkrete Problemstellungen aus der täglichen Arbeit auf Kreis- und Verbandsebene angesprochen und
gemeinsam erörtert werden.
Besonders hervorheben möchte ich die Offenheit und Sachlichkeit dieses Austauschs. Bestehende
Schwierigkeiten und Gaps wurden angesprochen, Fragen wurden beantwortet und zugleich konkrete
Unterstützungsangebote des DHB aufgezeigt.
Dr. Klaus Berding bot insbesondere an, die Kreise und den Landesverband bei konkreten Fragestellungen
unmittelbar zu unterstützen und auch entsprechende Schulungsformate, beispielsweise zum Elektronischen
Spielbericht (ESB), intensiv zu begleiten und die Schulung am heutigen Tage für den Handballverband
Rheinhessen-Pfalz e.V. für den Handballverband Nordrhein e.V. zu öffnen (Hintergrund: Dort startet der
Spielbetrieb an diesem Wochenende).
Beide Vertreter des DHB baten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer zugleich darum, der zuständigen
Arbeitsgruppe des DHB das notwendige Vertrauen entgegenzubringen. Diese arbeite mit hoher Intensität daran,
Handball360 weiterzuentwickeln, bestehende Probleme zu beheben und das System möglichst stabil in den
Spielbetrieb zu überführen.
Auch die Erfahrungen aus dem bevorstehenden Spieltagswochenende im Handballverband Rheinhessen-Pfalz
e.V. sollen dabei wichtige Erkenntnisse für die weitere Entwicklung und Stabilisierung liefern.
Ich denke, bei aller Skepsis gegenüber Handball360 sollte man Mark Schober und Dr. Klaus Berding auch Dank
aussprechen für deren Zeit für den Handball Nordrhein als auch die klare Benennung der bestehenden
Herausforderungen sowie das Angebot eines intensiven Supports.
Ebenso gilt ein besonderer Dank den Vertreterinnen und Vertretern unserer Handballkreise, die sich in dieser
außergewöhnlichen Situation die notwendige Zeit genommen haben, um die Themen kritisch, aber zugleich
konstruktiv zu diskutieren.
Prüfung einer möglichen Nutzung von nuLiga
Nach der Verabschiedung der DHB Vertreter wurde die Sitzung mit der Betrachtung einer möglichen Alternative
zu Handball360 fortgesetzt.
Unser nuLiga Koordinator André Schlieder sowie unser Vizepräsident Spieltechnik Karl-Walter Marx stellten dem
Erweiterten Präsidium den aktuellen Sachstand zu nuLiga vor und erläuterten insbesondere die technischen und
organisatorischen Fragestellungen, die mit einem möglichen Wechsel verbunden wären. Auch hierzu fand ein
offener und sachlicher Austausch statt.
Dabei wurde deutlich: Auch ein möglicher Wechsel zu nuLiga wäre kein einfacher oder kurzfristig vollständig
risikofreier Schritt.
Aus diesem Grund werden wir die Möglichkeit eines Datentransfers der bereits in Handball360 vorhandenen
Datensätze in nuLiga konkret prüfen lassen. Vizepräsident Karl-Walter Marx wird hierzu mit Stefan Koch von
nuLiga die technischen Möglichkeiten und Voraussetzungen eines solchen Transfers ganz kurzfristig erörtern
und nachfolgend kommunizieren.
Unser Ziel ist klar:
Wir wollen für Handball360 und für nuLiga einen möglichst aktuellen, belastbaren und vergleichbaren Sachstand
schaffen.
Erst wenn diese Grundlage vorhanden ist, kann eine verantwortungsvolle Entscheidung getroffen werden.
Keine Entscheidung, sondern eine notwendige Sondierung
Die außerordentliche Sitzung des Erweiterten Präsidiums dauerte knapp zwei Stunden.
Ich möchte ausdrücklich festhalten, dass diese Sitzung nicht mit einer Entscheidung für eines der beiden
Systeme endete und auch so nicht geplant war.
Sie war vielmehr das, was in der aktuellen Situation notwendig war: ein umfassender Sondierungs- und
Informationsaustausch.
Sachliche Argumente, Chancen, Risiken und mögliche Konsequenzen wurden sowohl für Handball360 als auch
für nuLiga offen diskutiert. Dabei gab es unterschiedliche Einschätzungen und Perspektiven. Genau dieser
offene Austausch ist aus meiner Sicht notwendig, um am Ende eine Entscheidung mit der erforderlichen
Verantwortung treffen zu können.
Ursprünglich war vorgesehen, die Abstimmung innerhalb des Erweiterten Präsidiums bis Donnerstag, 20. August
2026, 23:59 Uhr, abzuschließen.
Aufgrund der aktuellen Entwicklungen und der Möglichkeit, beide Systeme in den kommenden Tagen noch
einmal intensiv zu prüfen, wurde dieser Zeitraum im Einvernehmen mit den anwesenden Kreis- und
Präsidiumsvertretern bis Sonntag, 23. August 2026, 23:59 Uhr, verlängert.
Damit wollen wir bewusst die Möglichkeit schaffen, die Erkenntnisse aus den aktuellen Prüfungen und
Unterstützungsangeboten in die Bewertung einfließen zu lassen.
Nach Auswertung der Stimmabgabe werde ich dem Erweiterten Präsidium des Handball Nordrhein – sprich den
Kreisvorsitzenden – so wie dem Deutschen Handballbund am Montag, 24. August 2026, das Ergebnis des
Handballverbandes Nordrhein e.V. transparent mitteilen.
Damit ist sodann abschließende Klarheit geschaffen worden, welche Verbandsmanagementsoftware im
Handballverband Nordrhein e.V. für den kommenden Spielbetrieb eingesetzt wird.
Ich möchte Euch und Sie ausdrücklich bitten, die kommenden Tage aktiv zu nutzen.
Nutzen Sie die Unterstützungs- und Schulungsangebote des Deutschen Handballbundes. Stellt Fragen. Meldet
konkrete Probleme zurück. Nutzt insbesondere die angebotenen Formate wie beispielsweise beim
Elektronischen Spielbericht und zu den weiteren relevanten Bereichen von Handball360.
Gleichzeitig bitte ich Euch und Sie darum, sich mit den möglichen Szenarien rund um nuLiga
auseinanderzusetzen.
Wir müssen beide Systeme auf Grundlage konkreter Erfahrungen und belastbarer Informationen bewerten,
nicht aufgrund von Vermutungen, Einzelmeinungen oder Emotionen.
Nur so können wir am Ende eine Entscheidung treffen, die den Interessen aller Vereine und Handballkreise und
damit dem gesamten Handballsport im Nordrhein gerecht wird.
Ein persönliches Wort zum Schluss
Ich weiß, wie viel Kraft die vergangenen Wochen und insbesondere die letzten Tage viele von Euch und Ihnen
gekostet hat.
Unsere Vereine und Kreise leisten täglich einen enormen Beitrag dafür, dass unser Spielbetrieb funktioniert.
Dahinter stehen Menschen, die ihre Zeit, ihre Energie und vielfach auch ihre Nerven investieren, ehrenamtlich
und hauptamtlich.
Dafür möchte ich Euch und Ihnen ausdrücklich danken.
Wir gehen derzeit sprichwörtlich auf dem Zahnfleisch. Viele von uns sind am Ende ihrer Kräfte. Gerade deshalb
dürfen wir uns in dieser entscheidenden Phase nicht gegenseitig zusätzlich belasten oder beschimpfen, sondern
sollten zusammenstehen.
Lassen Sie uns die verbleibenden Tage gemeinsam nutzen.
Lassen Sie uns Handball360 und nuLiga auf Herz und Nieren prüfen. Lassen Sie uns offen über Probleme
sprechen, Lösungen suchen, Unterstützung annehmen und die unterschiedlichen Perspektiven ernst nehmen.
Und lassen Sie uns dabei immer daran denken, worum es letztlich geht:
Es geht nicht nur um eine Software.
Es geht um einen funktionierenden Spielbetrieb.
Es geht um unsere Vereine.
Es geht um unsere Handballkreise.
Und es geht um die Zukunft des Handballs im Nordrhein.
Ich bin überzeugt davon, dass wir diese Herausforderung nur gemeinsam bewältigen können.
Dafür brauchen wir in den kommenden Tagen vor allem eines: Sachlichkeit, Offenheit, gegenseitiges Vertrauen
und den gemeinsamen Blick auf das große Ganze.
Ich danke Euch und Ihnen für das bisher Geleistete, für die Geduld, für die Unterstützung und für das große
Engagement.
Lassen Sie uns gemeinsam die bestmögliche und verantwortbare Entscheidung für unseren Handballsport
treffen.
Mit sportlichen Grüßen
Stefan Butgereit
Präsident
Handballverband Nordrhein e.V
